Porträtbüste Tatjana Lietz im Foyer des Peter-Breuer-Gymnasiums, Christian Siegel 2018, Bronze, Foto: Christian Siegel


Heinz Lanzendorf »Mutter Courage und ihre Kinder«

Heinz Lanzendorf »Zeit der Renaissance«

Förderstudio für Malerei und Grafik in der Galerie am Domhof beginnt nach den Sommerferien für Kinder und Jugendliche am 7. 9. 2021

Das Förderstudio Malerei und Grafik für Kinder und Jugendliche findet nach den Sommerferien ab Dienstag, den 7. 9. 2021, wieder zu den regulären Zeiten, 15.15 Uhr für Kinder und 17 Uhr für Jugendliche, statt.
Interessierte sind, auch erst einmal zum Schnuppern, recht herzlich willkommen.

29. Werkstattwoche für Schüler 2021 in den Sommerferien

Der Kunstverein Zwickau e.V. ist sehr froh, dass er auch in diesem Jahr wieder die Werkstattwoche Druckgrafik und Bildhauerei für Kinder und Jugendliche in der ersten Sommerferienwoche ausrichten kann.
Unser großes Anliegen ist es, talentierte und kreative Schüler und Schülerinnen aus Zwickauer Mittelschulen und Gymnasienin besonderer Weise zu fördern.

Unter Anleitung der Künstler Annette Fritzsch, Jian Biang und Sebastian Harbort entstehen Holzschnitte bzw. Bildhauerarbeiten.

Wann: 26. 07. bis 30. 07. 2021

Wo: Galerie am Domhof Zwickau

Nähere Informationen und das Anmeldeformular können sie hier herunterladen

Förderstudio für Malerei und Grafik in der Galerie am Domhof beginnt nach der Coronapause für Kinder und Jugendliche am 29. 6. 2021

Das Förderstudio Malerei und Grafik für Kinder und Jugendliche findet ab Dienstag, den 6.7. 2021, wieder zu den regulären Zeiten, 15.15 Uhr für Kinder und 17 Uhr für Jugendliche, statt.
Interessierte sind, auch erst einmal zum Schnuppern, recht herzlich willkommen.

Sommersalon 2021 des Kunstvereins Zwickau e.V. (9.5. – 19.9.2021)

Gleich zu Beginn seiner Neugründung 1991 hatte der Vorstand des Kunstvereins eine sehr innovative Idee:
Die Ausrichtung des Sommersalons als Jahresschau der in ihm tätigen Kunstschaffenden. Niemand konnte
damals voraussehen, welche produktive und populäre Entwicklung diese regionale Kunstschau durchlaufen
würde.
Inzwischen hat sich der Sommersalon, der nun alle 2 Jahre stattfindet, zu einem kulturellen Höhepunkt im Galerie und Vereinsleben entwickelt. Der Sommersalon trägt somit maßgeblich dazu bei, dass sich die Vereinsmitglieder treffen, miteinander diskutieren und gesellig feiern können.
In diesem Jahr begeht der Kunstverein 30-jähriges Jubiläum. Wir hoffen, dass nach der langen Shutdownphase in unserem Land nun die Zeit gekommen ist, um wieder Kunst zeigen und diese in hygienekonformen Begegnungen auch wieder genießen zu können.
Da die diesjährige Ausstellungszeit organisationsbedingt bis in den September hineinreicht, werden wir vielleicht Gelegenheiten dazu haben.
Wir dürfen diesmal besonders gespannt sein, welche Themenauswahl und welche atmosphärische Gestimmtheit die eingereichten Werke aufweisen werden.

Wolfgang Schinko
Vorsitzender des Kunstvereins Zwickau e. V.

20. 6. 2021: Die Galerie am Domhof ist wieder geöffnet!

Am 5. 9. 2021 ist eine Finissage geplant.

Erinnerung an Tatjana Lietz

Im Jahre 1957 wurde ich Schüler der Mal- und Zeichenschule Zwickau und begegnete erstmals der Malerin Tatjana Lietz, von ihren Duz-Freunden liebevoll Tati genannt. Sie unterrichtete Kunstgeschichte und Malen, während der damalige Leiter der Schule, Prof. Carl Michel, das Zeichnen betreute.
Der Unterricht bei Tatjana Lietz ist mir noch ganz lebendig in Erinnerung. Sie sprühte vor Begeisterung, wenn sie von der griechischen Antike sprach, von Perikles und Phidias, von den Tempeln und den griechischen Mythen.
Tatjana Lietz war eine glänzende Erzählerin und konnte ein oder zwei Stunden plaudern, ohne dass je ein Zuhörer sich langweilte. Ihre Begeisterung für die Kunst übertrug sie auch auf ihre Schüler. Sie war sehr belesen und brachte Erfahrungen aus einem anderen Lebens- und Kulturkreis mit – einer ihrer Lehrer war ein Schüler Repins gewesen.
Tatjana Lietz hatte eine komödiantische Ader, das drückte sich nicht nur darin aus, dass sie Carl Michel „ Professorchen“ nannte. Auch ihre Korrektur gestaltete sich oft zum vergnüglichen Auftritt. „Farbe sehen“ war eine ihrer oft gebrauchten Wendungen. In Lokalfarbe zu malen glich einem Vergehen. Die Schüler mussten lernen, Farbe zu sehen beim aufgebauten Stillleben, beim Modell, das porträtiert wurde. Und sie verstand ihr Handwerk, und sie verstand es, die Schüler in ihren Bann zu ziehen. Dabei war sie nicht nur schlechthin Lehrerin. Sie beriet ihre Malschüler auch in persönlichen Fragen, beförderte berufliche Entscheidungen mit künstlerischem und menschlichem Rat. Auch über die „MUZ“ hinaus wirkte sie. So kann ich mich erinnern, dass sie mit mir und meinen Freunden, die nicht Schüler der Malschule waren, nach Altenburg fuhr, um uns mit den Schätzen der frühitalienischen Malerei vertraut zu machen, die das Lindenau-Museum in reicher Sammlung besitzt. So wurde Tatjana Lietz zunehmend Bezugsperson für uns, die weit in unser Leben hineinwirkte. Bis ins hohe Alter wurde sie von ihren Schülerinnen und Schülern besucht, zu Geburtstagen oder ganz ohne äußeren Anlass. Immer war sie von ihren geliebten Katzen umgeben und nie war sie ohne ihr „ Zigarettchen“ . „ Na, wie jehts?“  fragte sie, wenn man sie besuchte und kniff schelmisch die Augen zusammen.
Die Erinnerung an Tatjana Lietz ist die Erinnerung an eine Legende. 

Tatjana Lietz war Ehrenmitglied im Kunstverein Zwickau e.V.

Siegfried Wagner
Schüler der Mal- und Zeichenschule Zwickau von 1957 – 1959
Vorsitzender des Kunstvereins Zwickau e.V. von 1991 – 2018


Christian Siegel (Mitte) im Podiumsgespräch mit Hartwig Ebersbach (li.) und Siegfried Wagner (re.)
zur Finisage in der Ausstellung am 29. Mai 2016 in der Galerie am Domhof (Foto: Ina Siegel)

Christian Siegel gab 2002 das Buch „Tatjana Lietz – Bilderwelten“  im Chemnitzer Verlag heraus.
Siegel, C. (Hrsg.): Bilderwelten, Die Bilderwelt der Tatjana Lietz, Leben und Werk, Chemnitz 2002 (ISBN3-928678-79-5)

Kunstkalender für 2021 –
Künstler des Kunstvereins Zwickau e. V.

Für den diesjährigen Kalender wählten wir Künstlerinnen und Künstler aus, die dem Verein z. T. schon viele Jahre angehören. Der Kalender zeigt plastische, grafische und malerische Arbeiten im Wechsel der Jahreszeiten. Wir sehen hier so unterschiedliche Handschriften von 13 Künstlern wie es auch Sichtweisen auf unsere so oft widersprüchlich erscheinende heutige Welt geben kann.


Titelbild Kalender Siegfried Otto Hüttengrund

Beteiligte Künstler sind: Gerhard Bachmann, Berthold Dietz, Regina Franke, Annette Fritzsch, Meike Georgi, Jo Harbort, Siegfried Otto Hüttengrund, Daniel Jantsch, Christian Lang, Michaela List, Michael Schulz, Jürgen Szajny und Axel Wunsch.

Zum Kalender findet die begleitende Ausstellung ab 4. November 2020 dieses Jahr aufgrund der Corona-Regelungen in der Galerie im Rathaus Zwickau, 2. Etage statt.

Freie Presse 8. 12. 2020

Der Kalender erscheint nach Albert Hennig (2007), Heinz Tetzner (2008), Karl Heinz Jakob (2009), Martin Schoppe (2010), Jürgen Höfer (2011), Künstlern des Kunstvereins Zwickau e. V. (2012, 2014, 2017), Kindern und Jugendlichen des Förderstudios des Kunstvereins (2013), der Mal- und Zeichenschule Zwickau (2015), dem Thema »Energie« (2016), »50 Jahre Förderstudio für Malerei und Grafik – 900 Jahre Zwickau« (2017), Internationale Bildhauersymposien Zwickau (2019) und Reflexionen - 5 Jubilare (2020), nunmehr als Fünfzehnter in dieser Reihe.

Größe:55 cm x 45,5 cm

Gefördert wurde die Kalenderedition von der Zwickauer Energieversorgung.

Der Kalender kann erworben werden beim Kunstverein Zwickau über E-Mail kontakt@kunstverein-zwickau.de oder bis zur coronabedingten Schließung am 14.12.2020 bei Kunsthandwerk Liebig (Hauptstraße Zwickau), in der Buchhandlung Marx (Dr.-Friedrichs-Ring, Zwickau) und in der Tourist Information Zwickau (Hauptstraße).

Förderstudio für Malerei und Grafik in der Galerie am Domhof findet bis mindestens 10. 1. 2021 nicht statt

Aufgrund der aktuellen Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie bleibt ab November die Galerie am Domhof geschlossen. Das Förderstudio für Malerei und Grafik für Kinder, Jugendliche und für Erwachsenen dienstags, mittwochs und sonnabends in der Galerie am Domhof können deshalb zur Zeit nicht stattfinden.

Heinz Lanzendorf, Ehrenmitglied des Kunstvereins Zwickau, zum 100. Geburtstag (1920–2020)

Am 22. Oktober 2020 wäre der Werdauer Maler und Grafiker Heinz Lanzendorf 100 Jahre alt geworden. Geboren 1920 in Stöcken (heute Langenbernsdorf) wurde er in einer Zeit erwachsen, in der Deutschland sich anschickte sein Tausendjähriges Reich aufzubauen, erlebte den Geist des Nationalsozialismus und erlebte den Zusammenbruch des Faschismus und dessen menschenverachtendes System, als Soldat im Kriegsdienst und bis 1949 in der Gefangenschaft.
Nachhaltig hat diese Zeit, in der er die Inhumanität des Krieges erfahren hatte, auch seine Weltanschauung beeinflusst, die verstärkt von humanistischen und sozialistischen Werten bestimmt wurde. Werte, die in seinem menschlichen und künstlerischen Lebensweg über Jahrzehnte bestimmend wurden. Am 3. Februar 2017 ist er im Alter von 96 Jahren verstorben.
Für Heinz Lanzendorf, der durch Krieg und Gefangenschaft erst sehr spät, 1951 im Alter von 31 Jahren, Malerei und Grafik in Leipzig bei Elisabeth Voigt und Heinz Wagner studieren konnte, war die Begegnung mit dem künstlerischen Werk Bertholt Brechts ein so großartiges Erlebnis, das es für seine weitere künstlerische Entwicklung bestimmend wurde. Ebenso die mit dem Germanistikstudent Gerhard Seidel, der später Lektor im Aufbau Verlag und Direktor des Brechtarchives der DDR wurde. Heinz Lanzendorf lernte die Dichtkunst Bertholt Brechts auch durch die hohe Schauspielkunst solcher großen Persönlichkeiten wie Helene Weigel und Ernst Busch kennen. Die persönliche Bekanntschaft mit diesen Künstlern ermöglichte ihm ein tiefes Eindringen in das künstlerische und theoretische Werk Rechts und in die Arbeit des Berliner Ensembles. Für Heinz Lanzendorf wurde das dramatische Werk Bechts wesentlicher Inhalt seines eigenen künstlerischen Schaffens. In zahlreichen Zeichnungen, Zyklen und Einzelblättern nahm er mit seinen künstlerischen Mitteln Stellung zu gesellschaftlichen Vorgängen und Erscheinungen. Besonders mit den grafischen Blättern zu »Mutter Courage und ihre Kinder« und zum »Kaukasischen Kreidekreis« gelang es Heinz Lanzendorf, die Aktualität des brechtschen Werkes zu zeigen und wie Brecht auf die Änderbarkeit gesellschaftlicher Realität hinzuweisen sowie zum vergnüglichen Denken zu provozieren.


»Mutter Courage«

Heinz Lanzendorf verstand die Grafik immer als »das geeignetste Mittel der bildenden Kunst, sofort und wirksam in das gesellschaftliche Geschehen einzugreifen«. In zahlreichen Zyklen und Einzelblättern nimmt er mit seinen künstlerischen Mitteln zu gesellschaftlichen Vorgängen und Erscheinungen Stellung.
Er verstand es auch, mit dem Holzschnitt, mit seinen harten, kantigen Linien, trotz der innewohnenden Statik, sehr poetische Kompositionen zu bauen. Ganz in dem Sinne Ludwig Kirchners, für dem der Holzschnitt, die grafischste aller grafischen Techniken war. Für Heinz Lanzendorf war die humanistische Literatur immer Anreger und Motivgeber für sein eigenes künstlerisches Werk. Ob in seinen grafischen Zyklen, oder in Werken der baugebundenen Kunst, immer findet sich das humanistische Anliegen in hoher bildnerischer Qualität umgesetzt.
So konnte er eine Vielzahl von grafischen Hauptwerken schaffen. Beeindruckende Holzschnitte zu Brechts »Lob der Dialektik«, »Der Schoß ist fruchtbar noch« oder »An meine Landsleute« sowie »An die Kämpfer in den Konzentrationslagern«, entstanden.
Aber auch zahlreiche Werke im öffentlichen Raum zu verschiedensten Themen und in unterschiedlichsten Techniken, wie zu den »Lobgedichten« und der »Kinderhymne« von Brecht sowie die Wandgestaltung »Der Kosmos« in Zwickau-Eckersbach oder die Glasfenster »Vier Jahreszeiten im Interhotel »Panorama« in Oberhof.


»Glasfenster Vier Jahreszeiten«, Interhotel Panorame Oberhof

Ebenfalls die Fassadengestaltung an der Trauerhalle der St. Nicolaikirche in Langenbernsdorf, die Wandgestaltung »Lebenszyklus«, gemeinsam mit Karl-Heinz Jacob 1982 geschaffen, in der Vogtlandklinik in Bad Elster, das großformatige Glasfenster »Zur Geschichte der Stadt Zwickau« im Ratssaal des Rathauses Zwickau sowie, nach der Wende, die 8 »Kreuzwegstationen« (Öl) und das „Marienfenster« (Glas) in der Marienkirche Werdau, sowie das „Glasfenster“ im Besinnungsraum der Pleissentalklinik Werdau und eine Fassadengestaltung an der Gerhart-Hauptmann-Schule Werdau. Eine großformatige Emaillgestaltung „Lebensbaum« ist seit April 2019 an der Fassade des Gesundheitszentrum am Brühl in Werdau wieder zu sehen.
Das Werk Heinz Lanzendorfs ist auch in den Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum mit grafischen Arbeiten vertreten, darunter Illustrationen zum „kaukasischen Kreidekreis« und die Mappe „Mutter Courage und Ihre Kinder«. Eine dreiteilige, großformatige Zinkätzarbeit, unter dem Titel „Wir und unsere Zeit« von 1971, befindet sich in der Sammlung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden. Weitere Arbeiten Heinz Lanzendorfs in verschiedenen Einrichtungen im westsächsischen Raum sind nach der Wende nicht mehr zugänglich oder sind verschwunden.
Heinz Lanzendorf konnte in seinem Leben zahlreiche Ehrungen entgegennehmen.
Die Verdienstmedaille der DDR, die Johannes-R.-Becher-MedaiIle, den Kunstpreis des FDGB, den Kulturpreis des Bezirkes Karl-Marx-Stadt, den Mittelsächsischen Kunstpreis, den Max-Pechstein-Preis der Stadt Zwickau, die Ehrenmedaille der Stadt Carpi (Italien), die Dospebski-Medaille in Gold (Bulgarien) sowie die Ehrenplakette des Kreises Werdau und wurde 1985 Ehrenbürger der Stadt Werdau.
Er war Ehrenmitglied im Kunstverein Zwickau e. V. und Mitglied im Kunstverein PLEISSENLAND e. V. des Landkreises Zwickau. Heinz Lanzendorfs Werk war dem Humanismus verpflichtet. Humanismus stand am Beginn seiner Entwicklung und bestimmte auch sein Alterswerk. Heinz Lanzendorf hat in einer dramatischen Zeit gelebt und hat diese Zeit mit seinen künstlerischen Vermögen mitgestaltet.
Seine Werke waren dem jeweiligen Zeitgeist verpflichtet und wirkten am stärksten in deren Übereinstimmung.

Jürgen Szajny
Maler, Grafiker & Kulturwissenschaftler
Werdau

 

28. Werkstattwoche für Schüler 2020 in den Herbstferien

Die Werkstattwoche für Zwickauer Schüler, die der Kunstverein Zwickau e.V. traditionell zu Beginn der Sommerferien in der Galerie am Domhof durchführt, wurde auf Grund der aktuellen Situation in die Herbstferien verlegt und zeitlich auf beide Wochen aufgeteilt. Die Kinder und Jugendliche aus Zwickauer Mittelschulen und Gymnasien können dort ihre schöpferischen Kräfte unter Beweis stellen.

Erste Ferienwoche der Oktoberferien 20. 10. – 23. 10. 2020:
Werkstattwoche im Bereich Bildhauerei (Leitung: Sebastian Harbort)

Zweite Ferienwoche der Oktoberferien 27. 10. – 30. 10. 2020:
Werkstattwoche im Bereich Druckgrafik (Leitung: Annette Fritzsch - Grafikerin und Buchgestalterin)

jeweils Dienstag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr.

Nähere Informationen und das Anmeldeformular können sie hier herunterladen

Nachruf Prof. Ralf Busz

Am 26.05.2020 verstarb Prof. Ralf Busz 81-jährig nach schwerer Krankheit im Haus seiner langjährigen Lebensgefährtin Karla Schoppe in Lichtenstein. Auf ihrem Grundstück richtete er sich vermutlich eine Art Kopie seiner Kasseler Keramikwerkstatt ein. Hier konnten Besucher und Familienangehörige sehr anschaulich erfahren, wie der »Glasurpapst« (so nannten ihn liebevoll ehemaligen Kollegen und Studenten) Glasuren entwickelte und herstellte. Die Ergebnisse seiner Experimente dokumentierte er akribisch auf Karteikarten, die er wiederum in zahlreichen Leitzordnern archivierte.

Das wissenschaftliche Vorleben von Prof. Ralf Busz würdigte der Journalist Mark-Christian von Busse in der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen wie folgt:
»Keramik & Kassel das war und ist ein Begriff mit internationaler Ausstrahlung. Er steht für hohe künstlerische Qualität und nie versiegende Experimentierfreude. Dazu beigetragen hat 25 Jahre maßgeblich Prof. Ralf Busz, der 25 Jahre das Studienfach Keramik an der Kunsthochschule Kassel verkörperte. Die Kunsthochschule sei unter dem „Glasurpapst“ Busz von 1979 bis 2004 diejenige Akademie gewesen, die eine ganze Generation bedeutender Keramik-Künstler ausbildete.

Was Busz’Keramik-Klasse fertigte, basierend auf Forschungsprojekten zu Brenntechniken mit dem Brückenschlag zur Antike sowie einer systematischen Glasurbibliothek mit hunderten Materialproben für Temperatur- und Farbnuancen, wurde regelmäßig auch im Souterrain von Schloss Wilhelmstal ausgestellt.«


Glasurproben

Auch in Lichtenstein/Zwickau drückte Prof. Ralf Busz seinen „fachlichen Stempel“ zahlreichen Veranstaltungen und Gesprächen auf, denen er als Gesprächspartner oder Berater beiwohnte und mit seinen profunden Kenntnissen zur Seite stand.

Als langjähriger Lebenspartner von Karla Schoppe initiierte und moderierte er gemeinsam mit ihr und seinem Keramikfreund- und Kollegen Peter Klube den inzwischen zur Tradition gewordenen Keramik-Workshop über viele Jahre auf dem Lichtensteiner Grundstück.

Der Kunstverein Zwickau würdigte sein Schaffen mit 2 großformatigen Kalenderseiten im 2019 erschienenden Kunstkalender, indem auch andere 80jährige kunstschaffende Jubilare vertreten waren.

Der Kunstverein Zwickau erinnert mit herzlicher Anteilnahme an sein prominentes Mitglied Prof. Ralf Busz.

Wolfgang Schinko, Vorsitzender des Kunstvereins Zwickau

Nachruf Michael Schulz

Am 21. März 2020 ist unser Vereinsmitglied Michael Schulz unerwartet verstorben.
Als Mitglied unseres Kunstvereins gehörte er seit 1995 zu den außergewöhnlich kreativen Kunstschaffenden in der Zwickauer Region. Michael Schulz wurde 1968 in Berlin geboren. Schon seit frühester Jugend beschäftigte er sich mit der Malerei. Nach acht Jahren im Förderstudio für Malerei und Grafik bei Prof. Dr. Karl Heinz Urban in Berlin folgten ab 1980 deutschlandweit zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen. 1995 zog er von Berlin zu seiner Lebensgefährtin nach Ebersbrunn, wurde Mitglied im Kunstverein Zwickau e. V. und 1997 freiberuflich als Künstler tätig. Sein Arbeitsfeld umfasste Auftragsarbeiten als Kunstmaler sowie die Bereiche Farbberatung und Raumgestaltung.

Sein bildnerisches Werk, das sich formell in der Nähe des Phantastischen Realismus, des Symbolismus und des Surrealismus befand und sich thematisch mit den vielfältigen menschlichen und gesellschaftlichen Beziehungen, mit den Seelenzuständen, den Befindlichkeiten, den Spannungen im Umgang und in der Konfrontation von Mensch zu Mensch, von Mann und Frau, vom Alltagsleben und der Sexualität auseinandersetzte, zeigte in seiner malerischen Vollkommenheit und Ausdrucksstärke, Reflexionen und Parabeln menschlicher Haltungen und Handlungen.
In seinen Bildwerken, die der surrealen Malkultur eines Dalis nahestehen bis hin zur frottagierten Bildwelt eines Max Ernst oder den in atmosphärisch verschwommenen Bildwelten verzauberter Landschaften eines Turners oder eines frühen Gerhard Richters, reichte das Spektrum der Vielfalt formeller und farbharmonischer Gestaltungen.
Er entwickelt eine mit Erotismus geladene, private Mythologie, voller sinnlicher Existenz, die bis hin zur erotischen Brutalität reichte, mit formaler Eleganz spielte und mit einem Höchstmaß an artistischer Fähigkeit präsentiert wurde, angefüllt mit psychologischer Tiefe und erdichtete Schönheit.
Das Unwirkliche wurde zum Ausdruck subjektiver Ängste und Nöte, das Irrationale, die subjektive Welt des Traumes zum Motiv.
2012 hatte er eine Reihe von Ausstellungen im Raum Zwickau, die umfangreichste in der „Galerie am Domhof“, der Auftakt für weitere Expositionen in deutschen Städten.
Dieses Projekt unter dem Titel „Outside“ verband in seinen Bildfindungen experimentelle Fotografie und Malerei und vereinte seinen spielerischen Umgang mit den Dingen und die Zurschaustellung seiner visionär empfundenen Wirklichkeit und wurde nun, tragischer Weise, zu seinem „Lebenswerk“.
Zurzeit sind in der Kabinettausstellung in der „Galerie am Domhof“ unter dem Titel „Inszenierung“ Malereien und Grafiken von Michael Schulz ausgestellt, die leider nur virtuell im Internet zu sehen sind.

Michael Schulz hat in seinem Leben ein umfangreiches bildnerisches Werk geschaffen, das vielen Menschen Freude und Vergnügen bereitet hat.
Dieses Werk konnte sich in dieser Form nur vollenden, weil er, bei allem was er begann, mit ganzem Herzen und allen Sinnen dabei war. Er lebte für die Kunst.
Wir werden ihn als Mensch und Künstler vermissen, aber wir werden ihn nicht vergessen.

Jürgen Szajny


Michael Schulz »Tagebuch einer Nordlandreise«, Acryl + Öl, 2014


Michael Schulz »Bei den Birken«, Acryl auf Holz, 2017

Internationales Grafiksymposium ZEBRA 7 – Thema »Industriekultur«

Der Kunstverein Zwickau e. V. richtete vom 08. Februar 2020 bis 17. Februar 2020 in den Werkstätten in der Galerie am Domhof in Zwickau das Internationale Grafiksymposium ZEBRA 7 aus.

Die Jury hatte aus den zahlreichen, qualitativ hochwertigen Bewerbungen 10 Teilnehmer_Innen, darunter 4 internationale Künstler_Innen und 6 Künstler_Innen aus ganz Deutschland ausgewählt und eingeladen.

Das Internationale Grafiksymposium „Zebra 7“, das 2020 in Kooperation des Kunstvereins Zwickau e.V. mit der Stadt Zwickau stattfindet, wird sich kurz vor Eröffnung der Zentralausstellung der Sächsischen Landesausstellung  „BOOM! 500 Jahre Industriekultur in Sachsen“ in Zwickau mit dem Rahmenthema „Industriekultur“ befassen. Die teilnehmenden Künstler aus verschiedenen Ländern werden ihren Blick und ihre Sicht auf die Industriekultur in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit den Mitteln der Grafik bildnerisch reflektieren.

ZEBRA7 Eröffnung
Eröffnung des Grafiksymposiums


Während der Öffnungszeit der Galerie am Domhof von 13 bis 18 Uhr standen die Werkstatträume und die Galerieräume für am Grafiksymposium interessierte Besucher zum Vorbeischauen offen, um Symposiumsluft schnuppern zu können.

Vor Abschluss des Symposiums erfolgte am Sonntag, den 16. 02. 2020 ein gut besuchter öffentlicher Rundgang in den Räumen der Galerie mit Gesprächen mit den teilnehmenden Künstlern zu den im Symposium entstandenen Arbeiten.

 

Preise beim Kunstwettbewerb für Kinder »Ich in der Zukunft«

Mitglieder des Förderstudios für Malerei und Grafik für Kinder haben beim Kunstwettbewerb »Ich in der Zukunft«der chinesischen Partnerstadt Yandu mehrere Preise gewonnen. Die Übergabe der Auszeichnungsurkunden fand in einer Feierstunde statt.

1. Preis: Stasa Crnadak, 6 Jahre
1. Preis: Chris Carl Friedemann
3. Preis: Hannes Martin Schmidt
3. Preis: Konstantin Smago
Anerkennung: Anna Koi
Anerkennung: Haili Fischer
Anerkennung: Anastasia Taranu